Ausstellung über die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann in Rom
Ihre legendäre Aura resultiert aus der formalen Kühnheit und Rätselhaftigkeit ihrer Texte ebenso wie aus ihrer persönlichen Erscheinung und ihrem Leiden am Ich; ihre radikale Sicht auf die zeitgeschichtliche Vergangenheit erweist sich in der Ausstellung als Schlüssel zu ihrem Werk. Ingeborg Bachmann, geboren 1926, verbringt ihre Kindheit und Jugend in ihrem Geburtsort Klagenfurt und im ländlichen Obervellach, dem Herkunftsort des Vaters. In einer späteren Selbstcharakterisierung verortet die 26-jährige ihre Autorschaft in dieser Kindheitslandschaft: Das mehrsprachige Dreiländereck habe ihr ein „Bewußtsein von Grenzen" und ein „Fernweh" eingetragen. Die unbeschwerte Kindheit wird „zertrümmert", als im März 1938 Hitlers Truppen einmarschieren. Bachmanns Vater war wie viele seiner Lehrerkollegen schon 1932 der noch nicht illegalen NSDAP beigetreten - zeitlebens ein Tabuthema, das umso hartnäckiger Bachmanns literarische Texte unterwandern wird. Die Literatur ist für sie schon zu dieser Zeit
ein Medium des Widerstands: Gegen Kriegsende hält sie den Bomben Bücher entgegen und beginnt mit eigenen literarischen Arbeiten. Erst während ihrer Studienzeit in Wien ab 1947 findet sie in der Gruppe um den Exilheimkehrer Hans Weigel einen Austausch, der für ihr Schreiben essenziell ist. Nach Beendigung ihres Studiums arbeitet Bachmann als Kulturredakteurin beim Radiosender Rot-Weiß-Rot in Wien. Dort begegnet sie 1948 Paul Celan, dessen Person und Gedichte in ihren Texten bleibende Spuren hinterlassen. Als Celan nach Paris weiterreist, wird der Kontakt rieflich fortgesetzt und postum zu einem dramatischen ebenszeugnis. Zur ebenso jungen Schriftstellerin Ilse Aichinger pflegt Bachmann eine enge Freundschaft. Neben Aichinger liest Bachmann 1952 zum ersten Mal auf einem Treffen der Gruppe 47 - als eine der wenigen Frauen. 1955 nimmt sie auf Einladung des späteren US-Außenministers Jenry Kissinger als Stipendiatin an der
„Harvard Summer school" in Cambridge/USA teil und führt später die dort entstandene Freundschaft mit Kissinger in Briefen weiter. Charakteristisch bereits zu diesem Zeitpunkt: Bachmanns eben und die künstlerische Auseinandersetzung folgen lemselben ästhetischen Konzept. Das Gespräch über und nit der Literatur wird zum Motor ihrer Existenz. Sie ist eine Ikone der Literaturgeschichte des 20. Jahr-hunderts, jede Neuveröffentlichung aus dem Nachlass ein Ereignis, die Faszination ihres Werks und ihrer Person sind ungebrochen: Ingeborg Bachmann (1926-1973), die große österreichische Dichterin, wird in einer umfassenden Ausstellung gewürdigt. Bis heute inspiriert sie Biographen und Filmemacherinnen, die Literaturwissenschaft und Generationen von Lesern und Leserinnen weltweit. Die Initiative des Goethes Haus in Rom ist von besonderem Interesse, vor allem wegen der starken sentimentalen Bindung, die die Schriftstellerin zu Rom und zu Italien hatte.
Sie ist eine Ikone der Literaturgeschichte des 20. Jahr-hunderts, jede Neuveröffentlichung aus dem Nachlass ein Ereignis, die Faszination ihres Werks und ihrer Person sind ungebrochen: Ingeborg Bachmann (1926-1973), die große österreichische Dichterin, wird in einer umfassenden Ausstellung gewürdigt. Bis heute inspiriert sie Biographen und Filmemacherinnen, die Literaturwissenschaft und Generationen von Lesern und Leserinnen weltweit. Mit ihrer Lyrik und Erzählprosa, ihren Hörspielen, Libretti und Essays war die österreichische Dichterin Ingeborg Bachmann eine der führenden Autorinnen ihrer Generation in der deutschsprachigen Literatur nach 1945. Bachmann ist eine moderne Klassikerin der deutschsprachigen Literatur, für manche eine „deutschsprachige Literaturlegende“ (Volker Weidermann), auf jeden Fall jedoch eine Schlüsselfigur im literarischen Leben der Nachkriegsjahrzehnte, deren Wirkung bis in die Gegenwart ausstrahlt. Seit 1977 vergibt die Stadt Klagenfurt mit dem jährlichen Ingeborg-Bachmann-Preis im Rahmen der „Tage der deutschsprachigen Literatur“ .